Wie weit wagen sich Feuersalamander und Igel in die Dörfer und Städte des Appenzellerlands vor? Wo gibt es Quartiere mit genügend alten Bäume, sodass Eichhörnchen dort leben können? Wo gibt es blumenreiche Flächen, auf denen der Schwalbenschwanz beobachtet werden kann? Wo nisten Mauersegler in Gebäuden? Gemeinsam mit der Bevölkerung wollten wir im Sommer 2025 Antworten auf diese Fragen finden.Wer eine der fünf gesuchten Arten in den Kantonen Appenzell Innerrhoden oder Appenzell Ausserrhoden beobachtet hatte, konnte die Sichtung auf der Meldeplattform melden und mit einem Foto am Fotowettbewerb teilnehmen. Alle Bilder der «Big5», die zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 2025 hochgeladen wurden, nahmen automatisch am Wettbewerb teil.Anschliessend konnten eingeloggte Nutzer:innen vom 1. bis 31. Oktober 2025 für ihre Favoriten abstimmen und damit über die Publikumspreise entscheiden, während die Jury die Gewinner:innen der Jurykategorie auswählte.Zu gewinnen gab es unter anderem einen Feldstecher der Marke Nikon, zwei Nisthilfen für Vögel sowie einen Gutschein über 100 CHF für das Eventprogramm des WWF. Drei Jurypreise Ausgewählt wurden Bilder, welche die Wildtiere in ihrem Lebensraum oder ein spezielles Verhalten zeigen. Die Wahl war aber alles andere als einfach, da so viele schöne, spezielle Bilder beim Wettbewerb eingereicht wurden. Allen Melder:innen dieser Wildtierbeobachtungen sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt! Jede Meldung erweitert unser Wissen über das Verhalten und die Lebensräume unserer Wildtiere. © Plaubel / stadtwildtiere.ch 1. Jurypreis: Ein selten festgehaltener Moment – zwei Schwalbenschwänze bei der Paarung. © Hans Aeschlimann / wildenachbarn.ch 2. Jurypreis: Ein kleiner Wintervorrat – ein Eichhörnchen mit seiner Haselnuss. © © Sepp Zurmühle / wildenachbarn.ch 3. Jurypreis: Ein Feuersalamander, entdeckt am Rand eines vor drei Jahren angelegten Gartensumpfs. Drei Publikumspreise Drei Bilder erhielten jeweils 18 und 13 Stimmen aus dem Publikum und haben damit je einen Publikumspreis gewonnen. In der Wettbewerbsgalerie sind alle Bilder, welche am Wettbewerb teilnahmen, mit absteigender Punktzahl der Publikumsbewertung zu sehen. Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für die vielen tollen Bilder und Videos. Zur Wettbewerbsgalerie © Greti / wildenachbarn.ch 1. Publikumspreis: Ein Schwalbenschwanz im magischen Moment des Schlüpfens – frisch aus seiner Puppe und bereit für den ersten Flug. © Peter Wüthrich / wildenachbarn.ch 2. Publikumspreis: Ein Mauersegler inspiziert neugierig einen alten Starenkasten – vielleicht ein zukünftiger Nistplatz. © Roger Abderhalden / wildenachbarn.ch 2. Publikumspreis: Ein Feuersalamander auf Streifzug durch den Siedlungsraum – ein seltener Einblick in sein nächtliches Leben. Weitere Informationen zu den Big 5 im Appenzellerland Eichhörnchen - flinke Kletterer Eichhörnchen leben auf Bäumen. Ihre Nahrung wie Samen, Bucheckern, Eicheln, Haselnüsse, Knospen, Früchte, Insekten und gelegentlich einen Jungvogel suchen sie aber auch am Boden. Im Siedlungsraum fühlen sich Eichhörnchen in Parks, Friedhöfen und Gärten mit vielen alten Bäumen wohl, wo sie von Baum zu Baum springen können. Hoch oben in den Kronen dieser Bäume bauen die Eichhörnchen ihr kugelförmiges Nest aus Ästen und polstern es mit Moos aus. Hier schlafen sie und bringen im Frühling ihre Jungen zur Welt. Wo gibt es in den Dörfern und Städten der Kantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden Quartiere mit genügend alten Bäumen, sodass Eichhörnchen dort leben können? Helfen Sie uns, Antworten auf diese Frage zu finden und melden Sie Ihre Eichhörnchen-Beobachtungen. Ein Eichhörnchen beobachtet? Melden Sie es hier. Weitere Informationen gewünscht? Klicken Sie hier. © Judith Niggli Igel - kleine Fussgänger Igel haben es gern vielfältig: Sie schlafen im dichten Gebüsch oder unter Asthaufen und suchen nachts auf kurz geschnittenen Wiesen nach Schnecken, Würmern und Käfern. Naturnahe Innenhöfe, vielfältige Wiesen und Gärten mit verwilderten Ecken sind daher bei Igeln sehr beliebt. Schon ein Absatz von 20 cm kann für die kleinen Fußgänger ein unüberwindbares Hindernis bedeuten. Dörfer und Städte sind für Igel deshalb ein wahres Labyrinth, in dem sie sich jedoch dank ihres ausgezeichneten Ortsgedächtnisses gut zurechtfinden. Sie kennen die verschiedenen Durchschlüpfe wie Mauer- oder Zaunlücken genau und nutzen diese auf ihren nächtlichen Spaziergängen. Helfen Sie mit, die Verbreitung der Igel in Dörfern und Städten zu untersuchen. Vielen Dank! Einen Igel beobachtet? Melden Sie ihn hier. Weitere Informationen gewünscht? Klicken Sie hier. © nosvoisinssauvages.ch Feuersalamander - wehrhafte Regenliebhaber Feuersalamander mögen es gerne feucht. Den Tag verbringen sie im Siedlungsraum am liebsten in feuchten Kellern, Schächten oder auch einmal in einem Holzhaufen. In den kürzer werdenden Wintermonaten, werden diese Orte auch als Verstecke zur Überwinterung genutzt. Während den warmen, trockenen Sommermonaten verkriechen sich die Salamander und warten die nächste Regenperiode ab. Die nachtaktiven Amphibien fressen gerne Würmer, Schnecken und Insekten. Dank der typischen, gelb-schwarzen Warnfärbung sind die Feuersalamander kaum mit einem anderen Tier zu verwechseln. Obwohl für den Menschen ungiftig, sind die starken Gifte ihrer gelb-schwarzen Haut für Fressfeinde sehr unangenehm bis tödlich. Wo gibt es im Appenzellerland geeignete Lebensräume für den Feuersalamander? Helfen Sie uns, auf diese Frage eine Antwort zu finden und melden Sie Ihre Feuersalamander-Beobachtungen. Einen Feuersalamander beobachtet? Melden Sie ihn hier. Weitere Informationen gewünscht? Klicken Sie hier. © Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch Mauersegler - rufende Dauerflieger Mauersegler sind eigentliche Sommerboten. Sie treffen Ende April bei uns ein und fliegen schon Ende Juli wieder los in ihre Winterquartiere südlich des Äquators. Vor allem abends sieht man die Mauersegler, welche rufend im rasanten Flug um die Häuser sausen. Ihre schrillen "Sriie,sriie"- Rufe sind sehr auffällig und gehören für viele Menschen zum Sommer. Mauersegler fressen, schlafen und paaren sich im Flug. Als ursprünglicher Felsenbrüter findet sich der Mauersegler sehr gut im Siedlungsraum zurecht, wo er an Gebäuden Nistmöglichkeiten findet. Besonders hohe Altbauten, zum Beispiel Kirchen, aber auch Wohnhäuser, bieten geeignete Nistplätze. Um in den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden das Gebäudebrüter-Inventar erweitern zu können, sind wir an Informationen zu belegten Nistplätzen an Gebäuden interessiert. Den Nistplatz eines Mauerseglers oder eines anderen Gebäudebrüters (Mehlschwalbe, Rauchschwalbe, Alpensegler) entdeckt? Melden Sie ihn hier. Weitere Informationen gewünscht? Klicken Sie hier. © David Doda / wildenachbarn.ch Schwalbenschwanz - farbenfrohe Flatterer Der Schwalbenschwanz ist einer der größten und auffälligsten Falter Mitteleuropas und kann zu den Flugzeiten im April und Mai, sowie im Juli und August besonders gut beobachtet werden. Im ersten Zeitfenster (April-Mai) können erwachsene Falter der ersten Generation beobachtet werden, während von Juli bis August die zweite Generation, bereits die Nachkommen der ersten Generation, unterwegs sind. An sonnigen Tagen versammeln sich Schwalbenschwanz-Männchen zu der sogenannten Gipfelbalz (oder auch „hill-topping“). Dabei fliegen die Männchen von der Spitze des Hügels oder Berges hinab ins Tal auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen. Diese Ansammlungen von Männchen sind an schönen Sommertagen gut zu beobachten. Um den eigenen Garten für Schwalbenschwanz-Schmetterlinge attraktiver zu gestalten, können Wirtspflanzen für die Raupen gepflanzt werden, wie zum Beispiel Wilde Möhre, Fenchel, Dill oder Petersilie. Ausserdem sind nektarreiche Wildblumen bei den Schmetterlingen beliebt. Haben Sie einen Schwalbenschwanz beobachtet? Melden Sie ihn hier. Weitere Informationen gewünscht? Klicken Sie hier. © Wensa11 / wildenachbarn.ch Finanzierung Die Aktion "Big5 gesucht" wird von den nachfolgenden Organisationen unterstützt:Trägerorganisationen von Wilde Nachbarn AppenzellerlandBertold Suhner StiftungSteinegg-Stiftung